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Chotek von Chotkow und Wognin
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Chotek von Chotkow und Wognin (tschechisch: Chotek z Chotkova a z Wognina), auch Chotek von Chotkowa und Wognin ist der Name eines böhmischen alten Adelsgeschlechts vom Stammsitz Chockov.

Contents

Wappen

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Geschichte

Die Familie Chotek von Chotkow und Wognin war vermutlich ursprünglich in Chockov in Westböhmen ansässig. Das Geschlecht zählt nach dem Genealogen Roman von Procházka zum Uradel des Landes. Die Chotek sind für das Jahr 1181 mit N. de Chotek; 1390 bis 1397 mit Wenzel von Chotkow; 1388 mit Chotek de Broda, Consul zu Prag; 1404 mit Johann de Chotek; 1404 bis 1416 mit Albert Chotek von Choteček und in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts mit „dominus Myloslaw, domina Wele, uxor ipsius, et dominus Wenlynus filius ipsorum, patroni ecclesiae in Chotkow“ (Codex theal. 513, Hofbibliothek Wien) nachweisbar. Das zweite namensgebende Prädikat „Wognin“ (Vojnín) stammt von einer Ansässigkeit in Vojnův Městec (Münchsberg) im Czaslauer Kreis in Ostböhmen.

Die ununterbrochene Stammreihe beginnt 1400 mit Otto Chotek von Czoczkowa auf Liblin in Westböhmen. Im Jahre 1625 erfolgte eine Wappenvereinigung mit den erloschenen Charwat von Bärnstein (Barnstejn) durch Heirat mit deren Erbtochter Elisabeth. Die Aufnahme in den böhmischen alten Herrenstand erfolgte für Wenzel Chotek von Chotkow als Freiherr von Chotkowa und Wognin am 6. Februar 1702 in Wien. Derselbe wurde am 13. Mai 1723 in Laxenburg in den böhmischen Grafenstand und am 4. Oktober 1745 in Frankfurt am Main mit Wappenbesserung in den Reichsgrafenstand erhoben. Mit Datum vom 31. Oktober 1760 wurden die Chotek Magnaten von Ungarn.cite-ref-1[1]

Eine durch Karl Chotek von Chotkow begründete Linie hatte ihren Sitz im nordböhmischen Großpriesen an der Elbe.

Durch testamentarische Verfügung des 1921 kinderlos verstorbenen Rudolf Graf Chotek von Chotkowa und Wognin erfolgte eine Namensvereinigung mit der Familie Pallavicini für den mütterlicherseits von den Chotek abstammenden Alexander Markgraf Pallavicini. Das Geschlecht ist in männlicher Linie 1921, in weiblicher 1970 erloschen.

Wappen

Stammwappen

Blasonierung: Das Stammwappen ist geteilt; oben: gespalten von Silber und Rot; unten: in Rot ein halbes, an die Teilungslinie anschließendes unterhalbes silbernes Wagenrad (ursprünglich in Rot mit silbernem Freiviertel ein unterhalbes silbernes Wagenrad). Auf dem Helm mit rot-silbernen Decken drei (silbern-rot-silberne) Straußenfedern.cite-ref-2[2]

Grafenwappen aus dem Jahr 1745

Blasonierung: Der Hauptschild des Grafenwappens ist geviert: Feld 1 und 4 zeigt in Gold einen schwarzen, auf jedem Kopf gekrönten Doppeladler (kaiserliches Gnadenzeichen), Feld 2 und 3 zeigt in Blau einen einwärtsgerichteten goldenen Bären (Charwat von Bärnstein), der aufgelegte Herzschild mit dem Stammwappen ist geteilt; oben: gespalten von Silber und Rot; unten: in Rot ein halbes, an die Teilungslinie anschließendes unterhalbes silbernes Wagenrad. Auf dem Hauptschild drei gekrönte Helme: Helm 1 (Mitte): eine rote Straußenfeder zwischen zwei silbernen (Stammkleinod; es gibt auch Darstellungen mit vier Federn: rot-silbern-rot-silbern), Helm 2 (rechts): ein schwarzer, auf jedem Kopf gekrönter Doppeladler (kaiserliches Gnadenzeichen), Helm 3 (links): ein wachsender goldener Bär; die Decken: rechts blau-golden, links rot-silbern. Schildhalter sind zwei goldene Bären.

Namensträger

• Karl Chotek von Choczkow († 1638), verehelicht mit Elisabeth Charwat von Bärnstein, (wiederverehelicht mit Franz von Arin ab Orino), Erbtochter des Ritter Charwat von Bärnstein auf Bielussicz im Leitmeritzer Kreis in Mittelböhmen und der Anna, geborene Kopidlansky von Kopidlan
Bohuslaw Chotek von Chotkow (1829–1896), Gesandter der Monarchie Österreich-Ungarn in Petersburg, Brüssel und Dresden, Sohn des Karl Chotek von Chotkow (1783–1868), Gouverneur von Tirol und Vorarlberg und Vater der Sophie Chotek von Chotkowa, Herzogin von Hohenberg (1868–1914)
• Anton Chotek von Chotkow (* 1822 in Innsbruck, † 1893 in Großpriesen (Brezno) in Böhmen), k. k. Gesandter in Sankt Petersburg, Eigentümer des Schlosses Kacina in Ostböhmen, Onkel der Sophie Chotek von Chotkowa Herzogin von Hohenberg
Ferdinand Maria Chotek von Chotkow (1781–1836), Bischof von Tarnów und Erzbischof von Olmütz
Johann Karl Chotek von Chotkow (1704–1787), böhmisch-österreichischer Hofkanzler
Johann Nepomuk von Chotek (1773–1824), königlich böhmischer Gubernialbeamter, Ehrenbürger von Prag
Johann Rudolph Chotek von Chotkow (1748–1824), österreichischer Finanzminister und Gubernialpräsident in Böhmen
Karl Chotek von Chotkow (1783–1868), Gouverneur von Tirol und Vorarlberg, Oberstburggraf in Böhmen, Ehrenbürger von Innsbruck und Prag, Großvater der Sophie Chotek von Chotkow Herzogin von Hohenberg
• Oktavia, Gräfin Chotek von Chotkow und Wognin (* 1873 in Prag; † 1946), Tochter von Bohuslaw Chotek von Chotkow und Schwester von Gräfin Sophie Chotek von Chotkowa, verehelicht mit Joachim von Schönburg-Glauchau (1873–1943), Urgroßmutter von Gloria von Thurn und Taxis
Rudolph Chotek von Chotkow (1706–1771), böhmischer Diplomat und Oberstkanzler
• Hermann Chotek von Chotkow (* 1786, † 1822), k. k. Kammerherr und Oberst, verehelicht mit Henriette Gräfin Brunswick von Korompa
Rudolf Chotek von Chotkow (* 1822, † 1903), k. u. k. Kammerherr, erbliches Mitglied des ungarischen Magnatenhauses, Sohn von Hermann Chotek von Chotek und Wognin (1786–1822), verehelicht mit einer Gräfin von Khevenhüller-Metsch
Sophie Chotek von Chotkowa (1868–1914), morganatische Ehefrau des österreichischen Thronfolgers Franz Ferdinand von Österreich-Este
Maria Henriette Chotek (* 24. November 1863 in Alsó Korompa / Königreich Ungarn, † 13. Februar 1946 in Dolná Krupá / Tschechoslowakei), Rosenzüchterin
• Maria Isabelle Gräfin Chotek, geborene Gräfin von Rottenhan (Rotenhan) (* 6. Juli 1774 in Prag, † 14. Dezember 1817 ebenda), Graphikerin (Radierungen, Blätter mit Ansichten von Karlsbad in Westböhmen)
Wenzel Chotek von Chotkow (1674–1754), österreichischer Statthalter im Königreich Böhmen.
• Alexander Pallavicino-Terlago-Chotek von Chotkowa und Wognin (* 4. November 1936 in Wien), Enkel der Gabriele Chotek von Chotkow (* 1868), verehelicht mit Franz Graf von Schönborn

Teilstammfolgen der Chotek von Chotkow und Wognin

Beginnend mit: Wenzel Ritter Chotek von Choczkow und Wognin (* 1554, † 1612), Kreishauptmann (leitender Verwaltungsbeamter) des Rakonitzer Kreises in (Rakovnik) in Mittelböhmen, königlich böhmischer Steuereinnehmer aus dem Ritterstande, verehelicht mit Elisabeth Tocznik (Totschnik, Tocnik) von Krzimicz (Krimitsch), Tochter des Johann Ritter Tocznik von Krzimicz und der Marianna, geborene Podmokelsky von Prostiborz.

Nachkommen des Johann Nepomuk Joseph Chotek

Beginnend mit: Johann Nepomuk Joseph Chotek von Chotkow und Wognin (* 1773, † 1824), königlich böhmischer Gubernialbeamter, Ehrenbürger von Prag, verehelicht am 12. Oktober 1799 in Wien mit Maria Isabelle Gräfin von Rottenhan (Rotenhan) (* 6. Juli 1774 in Prag; † 14. Februar 1817 ebenda), Tochter des Heinrich Franz von Rottenhan, Gubernialpräsident in Prag und seiner zweiten Ehefrau (⚭ Prag 22. September 1773) Maria Gabriele, geborene Gräfin Czernin von Chudenitz (1747–1806), verwitwete Gräfin von Trauttmansdorff-Weinsberg.

Nachkommen des Josef Chotek

Beginnend mit: Josef Graf Chotek von Chotkow und Wognin, * 1776, 1809 gefallen in der Schlacht bei Wagram bei Wien als Oberst des Chevaux-Leger-Regiment Rosenberg, verehelicht mit Sophia, geborene Prinzessin von Auersperg.

Nachkommen des Karl Chotek

Beginnend mit: Karl Chotek von Chotkow (1783–1868), Gubernialpräsident in Prag, verehelicht am 9. Juni 1817 in Prag mit Marie Gräfin Berchtold, Freiin auf Ungarschitz, Pulitz und Fratting (1794–1878), Tochter des Anton Graf Berchtold, Freiherr zu Ungarschitz (Uhercice) in Süd-Mähren und der Marie, geborene Huszar de Szent-Barath.

Nachkommen des Hermann Chotek

Beginnend mit: Hermann Chotek von Chotkow (1786–1822), kaiserlich königlicher Kämmerer und Oberst, verehelicht mit Henriette Gräfin Brunsvik von Korompa (* 1789, † 1857), einem Besitz in der Slowakei.

Einzelnachweise

cite-note-11. August von Doerr: Der Adel der böhmischen Kronländer. Ein Verzeichniss derjenigen Adelsbriefe und Wappendiplome, welche in den böhmischen Saalbüchern des Adelsarchives im k. k. Ministerium des Innern eingetragen sind. Fr. Řivnáč, Prag 1900, S. 183, 207 (archive.org [abgerufen am 22. November 2013]).
cite-note-22. Bernhard Peter: Historische heraldische Exlibris (13): Exlibris für Rudolf Reichsgraf Chotek von Chotkowa und Wognin.

Literatur

• Adam Wolf: Chotek. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 4, Duncker & Humblot, Leipzig 1876, S. 138.
Roman Freiherr von Procházka: Genealogisches Handbuch erloschener böhmischer Herrenstandsfamilien. Degener & Co, Neustadt (Aisch) 1973, ISBN 3-7686-5002-2, S. 54 bis 60 mit weiteren umfangreichen Quellenangaben und einer Wappenbeschreibung.
J.Siebmacher’s grosses Wappenbuch, Band 30, Die Wappen des böhmischen Adels; 1979, Neustadt an der Aisch, Chotek von Chotkowa und Vojnin Seite 282, Wappentafel 133 (Stammwappen); Chotek von Wognin, Grafen, Seite 115, Wappentafel 60 (Wappen der Grafen Chotek aus dem Jahr 1745) ISBN 3-87947-030-8
Gothaische genealogische Taschenbücher der gräflichen Häuser auf das Jahr 1826 bis Jahr 1942, insbesondere 1859, Seite 170 bis 172, Verlag Justus Perthes, Gotha
Genealogisches Handbuch des Adels, gräfliche Häuser A III 1958, Seite 113 bis 116 und VIII 1976, C.A.Starke Verlag, Limburg an der Lahn
• Ivo Cerman: Chotkove. Pribeh urednicke slechty. Lidove noviny, Prag 2008, ISBN 978-80-7106-977-5.
• Biographisches Lexikon zur Geschichte der böhmischen Länder, Band I (A–H), herausgegeben im Auftrag des Collegium Carolinum (Institut) von Heribert Sturm, Namensträger der Grafen Chotek Seite 196 und 197, R. Oldenbourg Verlag München Wien 1979, ISBN 3-486-49491-0

Weblinks

Commons

: Chotek von Chotkow

– Sammlung von Bildern

• Wappen der Reichsgrafen Chotek auf einem Exlibris
• Nachkommenliste des Karl Chotek von Chotkow († 1638)
Nachkommenliste des Otto Chotek von Chotkow auf Liblin († nach 1400) (Memento vom 9. Oktober 2002 im Internet Archive)